1.5 Aktueller Stand von KI in der Bildung

Zentrale Botschaft

Wenn Sie sich nur einen Satz von dieser Seite merken: KI ist in Bildungskontexten bereits präsent, aber nicht reguliert. Strukturierte Rahmenwerke sind notwendig, um die berufliche Weiterentwicklung von Lehrkräften zu unterstützen, ihr Wissen zu verbessern und es ihnen zu ermöglichen, mit KI und über KI zu unterrichten.

Aktuelle Nutzung von KI in Bildungskontexten

Heutzutage ist künstliche Intelligenz (KI) fest in die alltägliche Bildungspraxis eingebettet, weit über Pilotprojekte hinaus. Zu den gängigen Anwendungen zählen adaptive Lernplattformen, intelligente Tutorensysteme, automatisierte Bewertung und KI-gestützte Unterrichtsplanung für Lehrkräfte (OECD, 2026). Der sichtbarste Wandel ist jedoch die direkte Nutzung allgemeiner KI-Werkzeuge durch Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte gleichermaßen.

Lehren mit KI

KI wird von Lehrkräften zunehmend als Unterstützungswerkzeug in verschiedenen Phasen ihrer Arbeit genutzt, von der Unterrichtsplanung bis zur Bewertung. Laut der TALIS-Umfrage der OECD gaben 37 % der Lehrkräfte der Sekundarstufe I an, 2024 KI genutzt zu haben, wobei 57 % angaben, dass sie ihnen hilft, Unterrichtsentwürfe zu schreiben oder zu verbessern (OECD, 2026). Über die Unterrichtsplanung hinaus nutzen Lehrkräfte KI, um Inhalte für unterschiedliche Leistungsniveaus zu differenzieren, Übungsmaterialien zu erstellen und den Bewertungsprozess zu unterstützen. Gleichzeitig verläuft die Einführung nicht reibungslos: 72 % der Lehrkräfte äußerten die Sorge, dass KI es Schülerinnen und Schülern ermöglichen könnte, KI-generierte Arbeiten als ihre eigenen auszugeben – ein Hinweis auf ein umfassenderes Spannungsverhältnis zwischen dem praktischen Nutzen von KI für den Unterricht und ihren Auswirkungen auf die akademische Integrität (OECD, 2026).

Lehren über KI

Neben der Nutzung von KI als Unterrichtshilfsmittel wächst auch die Notwendigkeit, Schülerinnen und Schüler über KI selbst aufzuklären: wie sie funktioniert, wo ihre Grenzen liegen und wie man sie verantwortungsvoll nutzt. Dazu gehört ein grundlegendes Verständnis von Sprachmodellen als Vorhersagemaschinen statt als Datenbanken, was ihre Neigung zum „Halluzinieren“ erklärt, sowie praktische Fähigkeiten wie das Faktenchecken von KI-Ausgaben und das Erkennen erfundener Quellenangaben (UNESCO, 2024). Dazu gehört auch die Entwicklung kritischen Denkens beim Prompting – Schülerinnen und Schüler sollen nicht mehr nur Anweisungen befolgen, sondern sie selbst formulieren – sowie ein Bewusstsein für die ethischen und rechtlichen Dimensionen der KI-Nutzung, einschließlich Datenschutz und des EU AI Act. UNESCOs AI Competency Framework for Teachers (2024) beschreibt dies als zentrale berufliche Kompetenz und argumentiert, dass Lehrkräfte selbst entsprechend geschult werden müssen, bevor sie dies wirksam an Schülerinnen und Schüler vermitteln können.

Was fehlt noch?

Neben institutionellen Rahmenwerken und Nutzungsdaten ist es wichtig zu verstehen, wie sich diese Dynamiken in der Praxis auswirken. Im Rahmen des Projekts DUAL.AI.TEACHer wurde eine Reihe von Workshops durchgeführt. Zahlreiche Akteurinnen und Akteure aus dem Bildungsbereich wurden eingeladen, um aus erster Hand Einblicke in die aktuelle Nutzung von KI im Unterricht zu gewinnen. Diese Workshops brachten eine Reihe konkreter Bedürfnisse und Bedenken der Lehrkräfte zutage, die praktische, pädagogische und ausbildungsbezogene Aspekte betreffen. Die folgenden Abschnitte beschreiben diese Bedürfnisse im Detail.


Revision #3
Created 2026-09-01 09:16:52 UTC by Alexander
Updated 2026-09-01 12:30:51 UTC by Alexander